ESO-Geschichte Schattenherrschaft

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    Schatten über Schildwacht

    Die Kultisten unterbrachen ihr Ritual, als sie merkten, daß die Magierin Velaya versuchte, einen von ihnen mit ihrem geweihten Ankh zu berühren und drehten sich zu ihr um. Velaya mußte in Sekunden entscheiden, wie sie weiter vor ging und entschied sich dafür, keine Schwäche zu zeigen. Sie schnauzte den Kultisten an, der sie eben ansprach: „Sagt mir lieber, was das hier soll! Einer liegt auf dem Boden, fünf Kuttenträger stehen um ihn herum und murmeln Beschwörungen. Wißt Ihr eigentlich, wie verdächtig das aussieht?“

    Die Bretonin gab Jadzia und Fareniel mit einer Handbewegung zu verstehen, daß sie warten sollten. Der Wortführer der Kultisten antwortete: „In Schildwacht ist eine mächtige Gestalt erschienen. Sobald er die Stadt betrat, vergilbten die Blätter der Pflanzen. Und es kursieren Gerüchte in ganz Tamriel wegen dieser Schatten...“

    Die Magierin kam zu dem Schluß, daß keine unmittelbare Gefahr von den Kultisten ausging. Sie winkte ihre Freundinnen heran, damit sie alle Informationen mitbekamen. Außerdem sollte ihre Präsenz die Kuttenträger einschüchtern, damit sie friedlich blieben. Velaya führte das Wort ihrer Gruppe: „Könnt Ihr mir sagen, was sich noch in Schildwacht verändert hat?“

    Der Kultist antwortete: „Die Leute benehmen sich seltsam. Die Wachen bestehlen die Händler, die Händler betrügen ihre Kunden, die Kunden wiederum bestehlen die Händler. Die Bürger spinnen Intrigen und es kommt kein wahres Wort über ihre Lippen.“ Die Bretonin hakte nach: „Habt Ihr zufällig den Namen des Schattenfürsten vernommen?“ Die Information wäre wichtig für weitere Nachforschungen. „Nein“, entgegnete der Kultist. „Wir wagen uns auch nicht mehr in die Stadt hinein. Wir waren nur kurz darin und nachdem wir merkten, daß dort etwas nicht stimmt, sind wir eilig davon.“
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    Fareniel setzte nach: „Ja, schön und gut. Da tun sich neue Fragen auf. Warum wurdet Ihr nicht sofort in den Bann des Schattenfürsten geschlagen und was sollte das Ritual vorhin bewirken?“ Ein anderer Kultist gab dafür die Antwort: „Siehst Du unsere Kutten? Wir gehören zu einem Nekromantenorden...“ Da verstand Fareniel und ergänzte: „Aha, Ihr wolltet dem Schattenfürsten Eure Dienste anbieten, richtig?“ Der Sprecher scharrte mit dem linken Fuß im Sand und blickte zu Boden. Eiskalt erwischt...

    Velaya als Magierin wußte aufgrund ihrer Studien auch etwas über Nekromantie Bescheid und erklärte: „Vermutlich haben sie als Totenbeschwörer eine antrainierte höhere Resistenz gegenüber dem Einfluss der Schattenfürsten.“ Fareniel nickte und wollte etwas sagen, da unterbrach sie der Kultist: „Deswegen sind wir doch nicht böse oder feindlich. Nekromantie kann richtig angewendet auch zum Guten verwendet werden!“ Die Hüterin Farenil schüttelte den Kopf und meinte: „Habt Ihr denn jedesmal die Erlaubnis des betroffenen Toten, um mit ihm solche Sachen zu machen? Ich wette, die habt ihr nicht. Also ist Euer Handeln ein Gräuel und wider die Natur!“

    Velaya hob die Hand und unterbrach Fareniel: „Das hilft uns gerade nicht weiter!“ Jadzia stimmte nickend zu. Fareniel hatte als Hüterin einen richtigen Zorn auf Nekromanten, deutete mit dem Finger auf die Kultisten und wurde nun lauter: „NEIN! Nekromantie ist ein widernatürlicher Gräuel und wenn ich Euch dabei erwische, werdet Ihr das bereuen!“ Die Kultisten wichen unwillkürlich einige Schritte zurück. Besonders mutige Leute waren das definitiv nicht.

    Jadzia versuchte zu beruhigen und sagte zu den Kultisten: „Hört mal, dieser Schattenfürst ist einige Nummern zu groß für Euch. Ich rate Euch, von hier zu verschwinden und diesen Wesen aus dem Weg zu gehen, wenn Ihr ihnen begegnet. Es gibt drei von ihnen und sie manipulieren ihre Umgebung auf verschiedene Weise. Sie ernähren sich von den Gefühlen der Angst, der Hinterlist oder dem Hass der Lebenden, auch Eurer. Und Eure Resistenz gegen ihre Magie ist sicher nicht von Dauer! Also seid froh, so glimpflich davon zu kommen und verschwindet von hier!“ Das ließen sich die Kultisten nicht zwei mal sagen. Sie packten ihre Utensilien zusammen und verschwanden über die Dünen der Alik'r-Wüste.
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    Die drei Frauen schauten den Kultisten noch einen Moment nach, dann meinte Velaya: „Nun, wir wissen nun, daß in Schildwacht der Schattenfürst ist, der die Bewohner mit Falschheit schlägt. Schade, daß die Kultisten seinen Namen nicht kannten, der wäre für uns sicher noch wichtig.“ Die Heldinnen setzten sich in Bewegung. Jadzia ging die Sache besonders nahe wegen ihrer Verwandten hier. Sie sagte: „Ich habe ein mulmiges Gefühl. Hoffentlich geht es meinem Onkel und seiner Familie gut...“

    Durch das Gespräch mit den Nekromanten hatten sie Zeit gespart. Sie wußten bereits, daß hier die Falschheit regiert und stellten sich darauf ein. Ihre Schutzamulette und das Ankh schirmten sie von den bösen Einflüssen wirksam ab. Als sie sich Schildwacht weiter näherten, sahen sie das, was die Kultisten erwähnt hatten. Die ohnehin schon spärlichen Pflanzen waren alle vergilbt und verdorrt. Ihnen wurde das Leben herausgesaugt. Velaya's Ankh reagierte darauf. Es glimmte in einem grünlichen Schimmer. Kynareth's Segen sorgte auch hier wieder dafür, daß sich die Natur um sie herum erholte.

    Jadzia hob den Deckel einer Wassertonne an, um sie zu inspizieren. Wasser war für die Rothwardonen eben von besonderer Wichtigkeit. Es wurde ihnen nicht einfach geschenkt, sie mußten für jeden Tropfen Arbeit investieren. Die Templerin winkte ihre Freundinnen heran und sagte: „Schaut! Das Wasser ist verdorben. Das kann keiner mehr verwenden!“ Velaya machte einen Versuch und berührte das Wasser mit dem Ankh, aber dadurch wurde das Wasser nicht wieder brauchbar. Sie meinte: „Schade. Bleibt zu hoffen, daß die Wassersammel-Zisternen genügend haben, damit hier keine Durstkatastrophe ausbricht.“

    Fareniel merkte an: „Heute geht es schon zum Abend hin. Aber morgen, wenn die Mittagshitze wieder herrscht, werden die Schildwächter ein Problem haben...“ Die Bretonin meinte: „Stimmt. Aber darum können wir uns jetzt nicht kümmern.“ „Dort vorne ist das Haus meiner Familie.“ meinte Jadzia. Und auf dem Platz davor hatte es sich der Schattenfürst bequem gemacht und ließ sich von den Einwohnern der Stadt huldigen. Er erkannte die drei Reisenden und reagierte sofort.
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